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07.03.2019

Vorsicht bei Krampfader-Behandlung mit Laser

pte20190306008 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Krampfadern: Mehr Rückfälle durch Laser

Studie der RUB weist gegenüber herkömmlichen OPs bis zu 5,6-mal mehr Probleme aus

(pte008/06.03.2019/10:31) - Die häufig bei Krampfadern angewandte Laserbehandlung führt gegenüber konventionellen OPs zu einer bis zu fünfmal so oft auftretenden Rückfallrate. Ein Mediziner-Team der Ruhr-Universität Bochum (RUB) http://ruhr-uni-bochum.de hat die Rückfallraten nach verschiedenen Behandlungsoptionen über mindestens fünf Jahre verglichen. Details wurden im Journal "Phlebologie" veröffentlicht.

Probleme durch Stumpfe

"Bei der operativen Entfernung von Krampfadern ist das Stehenlassen eines Stumpfes ein Behandlungsfehler, weil man weiß, dass es davon ausgehend häufig zu Rückfällen kommt", sagt Achim Mumme, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie am St. Josef Hospital, Klinikum der RUB. Gemeinsam mit seinem Team hat er zahlreiche Veröffentlichungen prospektiver Studien zum Erfolg von Krampfader-Behandlungen analysiert. Ergebnis: Auch bei der Laserbehandlung führen die Stümpfe häufig zu Rückfällen: bis zu 5,6-mal häufiger als bei herkömmlichen OPs.

Bei der Lasertherapie wird ein Katheter in die krankhaft erweiterte Vene, die Vena saphena magna, eingeführt und mit Laserstrahlen stark erhitzt. Dadurch wird die Vene verschlossen. "Wegen der starken Hitzeentwicklung muss man dabei einen Sicherheitsabstand von der tiefen Beinvene halten, von der die Vena saphena magna abzweigt", erklärt Mumme abschließend. Durch diesen Sicherheitsabstand bleibe allerdings ein Stumpf der behandelten Vene stehen.

Enorme Gesundheitskosten

Die Folgekosten durch Rückfälle nach Krampfaderbehandlung sind enorm: "Nach operativer Therapie liegen die Kosten bei über 60 Mio. Euro pro Jahr. Wenn alle Krampfadern durch Laser behandelt würden, müssten die Sozialkassen wesentlich mehr aufbringen, jedes Jahr rund 250 Mio. Euro", rechnet Mumme vor. Er und seine Kollegen raten dazu, Patienten beim Vorgespräch auf die Studienlage hinzuweisen und gegebenenfalls die operative Entfernung von Krampfadern als Methode der ersten Wahl anzubieten.